Babyschlaf - Einschlafbegleitung

Wer kennt es nicht, das Baby soll schlafen, aber es dauert schon wieder ewig, bis dein kleiner Wirbelwind den Übergang in den erholsamen Schlaf gefunden hat. Doch woran kann es liegen?

 

  • Ist dein Baby wirklich müde und bereit für das Schlafen?
  • Ist dein Baby satt? 
  • Die richtige Temperatur!
  • Hatte dein Baby genügend frische Luft und Bewegung? 
  • Wie geht es dir bei der Schlafbegleitung? Ruhst du innerlich? Oder arbeitest du im Kopf noch „to do Listen“ ab?
  • Fühlt sich dein Baby sicher? Oder verbindet es Schlaf mit Trennung und alleine sein?⠀⠀  

Ist dein Baby wirklich müde und bereit für das Schlafen?

Spätestens um 19:00 Uhr sollte ein Baby doch ins Bett gebracht werden, oder? Ich habe das zumindest eine zeitlang bei meinem ersten Kind gedacht. Manchmal lag ich bis zu zwei Stunden neben mein Baby im dunkeln Zimmer und habe gewartet, bis er endlich eingeschlafen ist.

 

Wie bei so vielen Themen sind unsere Babys unterschiedlich. Die einen sind Lärchen, gehen früh ins Bett und stehen früh auf. Die anderen sind Eulen, gehen spät ins Bett und schlafen lange. 

 

Schaue auf dein eigenes Baby, auf seinen Charakter und sein Wesen, denn bereits ein Baby entwickelt seinen ganz persönlichen Rhythmus. Achte also unbedingt darauf, wann dein Baby wirklich müde ist und lernen die Körpersprache deines Babys zu erkennen. 

 

Babys zeigen ihre Müdigkeit durch verschiedene Feinzeichen. Hier führe ich einige für dich auf. 

  • Rötliche oder blasse Haut
  • Unregelmäßige, gepresste Atmung
  • Gähnen
  • Überstrecken 
  • Finger oder Füße spreizen 
  • Fäustchen machen 
  • Schultern hochziehen 
  • Schnelle hektische unkoordinierte Bewegungen 
  • Wimmern, quengeln, weinen 
  • Augen reiben
  • Starrer Blick 
  • Hände vors Gesicht
  • Den Kopf wegdrehen 

 

Versuche deinem Baby bei den ersten Müdigkeitszeichen eine Schlafumgebung anzubieten. Es bringt leider nichts dein Baby noch etwas länger wach zu halten, damit es anschließend schneller einschläft. Babys, die wach gehalten werden pumpen ihren eigenen Körper mit Stresshormonen voll, um nicht einzuschlafen. Diese Hormone müssen, vor dem erholsamen Schlaf wieder abgebaut werden. Der Prozess kann gut und gerne ein gesamten Schlafzyklus lang dauern. (50 - 60 Minuten)

 

Damit ihr einen Anhaltspunkt habt, wie lange die Wachphasen eines Babys ca. sind, habe ich euch hier eine Liste zusammengestellt.

 

  • 0 – 6 Wochen: ca. 60 Minuten 
  • 6 – 17 Wochen: ca. 90 Minuten 
  • 4 – 6 Monate: 2 Stunden 
  • 6 – 9 Monate: 2,5 Stunden 
  • 9 – 12 Monate: 3 Stunden 

Ist dein Baby satt?

Nicht zu unterschätzen ist der Bedarf an Nahrung bei kleine Babys. Milch ist schnell verdaulich und die Mägen noch nicht sehr groß. Da muss natürlich ständig nachgeliefert werden.

 

Damit ein Baby gut einschlafen kann braucht es einen gefüllten Magen und sollte satt sein. Auch wir Erwachsene können nicht gut einschlafen, solange wir hungrig sind. Daher hielt sich auch sehr lange der Gedanke, "Schmelzflocken in der Milch" , diese halten lange satt und helfen dem Baby längere Zeit zu schlafen. Leider ist ein überfüllter Magen für das Einschlafen auch nicht sehr empfehlenswert. Das Essen liegt schwer im Magen und behindert das Einschlafen. (Wie geht es dir nach einem reichlichen Weihnachtsessen? :-)) Somit hilft hier leider kein Tricksen. 

Die richtige Temperatur

Schaue ich auf die Ratgeber wird meistens eine Raumtemperatur von 16 - 18 Grad Celsius empfohlen. Dem stimme ich grundsätzlich zu, dennoch hat nicht jeder die selben Voraussetzungen. In der einen Wohnung ist es von sich schon viel wärmer und ihr bekommt die Grundtemperatur gar nicht auf die 16 - 18 Grad herunter. In der anderen Wohnung ist es das gegenteilige Problem. Im Sommer ist es meistens wärmer im Winter dafür kälter. Macht euch nicht verrückt mit der exaten Temperatur. Schaut aber unbedingt, wie ihr euer Kind anzieht. Ein Baby sollte nicht frieren und nicht schwitzen. Beides kann das Einschlafen verhindern. Die Temperatur eures Babys könnt ihr im Kindesnacken ermitteln. 

Genügend frische Luft und Bewegung!

Für einen gesunden Babyschlaf ist es wichtig, dass du mit deinem Baby an die frische Luft bist. 

 

Sobald sich dein Baby etwas bewegen kann, darf und sollte es ausreichend Gelegenheiten dazu bekommen. Am besten ist Bewegung an der frischen Luft, denn das macht müde.

 

Jedes Kind muss genügend Reize und Auslastung haben und gut einschlafen zu können. Aber auch an der Stelle ist Vorsicht geboten, zu viele Reize sind für ein kleines Baby zu viel. Denn neue Eindrücke müssen ebenfalls in der Nacht verarbeitet werden und am Abend erzählt werden (meist durch weinen).

Wie geht es dir in der Schlafbegleitung?

Babys sind sensibel und spüren unseren emotionalen Zustand sofort! 

 

Wenn es dir nicht gut geht und du innerlich nicht ruhst, wird es schwer sein dein Baby in den Schlaf zu begleiten.

 

Daher kann ich dich nur ermutigen, in dich selber reinzuhören. Wie geht es dir? Möchtest du gerade lieber an einem anderen Ort sein und bist genervt, dass die Einschlafbegleitung schon wieder so lange dauert? Oder arbeitest du im Kopf bereits die „to do Listen“ ab, was am Abend noch alles erledigt werden muss. Dein Baby wird deine innere Unruhe spüren. 

 

Dieser Punkt wird oft unterschätzt, dabei stellt er tatsächlich einen der wichtigsten Baustein in diesem System dar. 

Fühlt sich dein Baby sicher und ist entspannt?

Jeder Mensch kann nur einschlafen, wenn er sich sicher fühlt. Stelle dir vor, du liegst in deinem Bett und plötzlich weißt du nicht mehr, ob du deine Haustür zugezogen hast. Würdest du jetzt einschlafen können? Alleine der Gedanken daran, dass deine Tür evtl. sperangelweit offen steht und jeder hereinkommen kann würde dich wahrscheinlich wachhalten. 

 

Unsere Babys brauchen, ebenfalls das Gefühl von Sicherheit, um in den Schlaf zu finden. Nur so können sie sich entspannen und in den Schlaf gleiten. Fühlen sie sich unsicher, werden sie nicht einschlafen. Manche Kinder wehren sich sichtlich gegen das Einschlafen, wenn sie zum Beispiel die Erfahrung gemacht haben, dass sie nach einer kuscheligen Einschlafbegleitung alleine aufwachen. Diese Kinder bekommen Angst, wenn sie nicht kontrollieren können was mit ihnen in der Schlafphase geschieht. Sie möchten die Kontrolle über die Sicherheit und die Nähe behalten. Und das kann sie von Einschlafen abhalten. 

 

Warum das so ist, lässt sich evolutionäre ganz einfach erklären. Unsere Babys haben immer noch die Instinkte eines Steinzeitbabys. Wir könnten sie problemlos in die Vergangenheit reisen lassen, sie würden sich anpassen.

 

Denken wir an diese Zeit zurück, würde niemand von einem Steinzeitbaby erwarten, dass es kurz nach dem Einschlafen in einer Höhle abgelegt werden kann, damit wir Erwachsene nochmal rausgehen können. Die Nähe und der Körperkontakt zu einem Erwachsenen haben das Überleben eines Babys damals gesichert.

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Nehmen wir diese Erkenntnis mit in die heutige Zeit, wird schnell klar: „Dein Baby braucht Körperkontakt, um sich sicher zu fühlen.“ Sobald ein Kind älter wird braucht es zunehmend weniger Unterstützung. Das geschieht ganz von alleine, es braucht hier keinerlei Erziehung!