Babytragen und Deine Gesundheit

Babytragen für DEINE Gesundheit!

Bevor es mit den Grundlagen weiter geht. Möchte ich ein wichtiges Thema zwischenschieben.

 

Was bringt DIR das Tragen von deinem Baby? 

 

Wenn man von Babytragen spricht, geht es eigentlich meistens um die Bedürfnisse deines Babys. Du gibst deinem Nachwuchs Sicherheit, Nähe und Geborgenheit. Und natürlich geht es in erster Linie darum. Aber das Tragen bringt auch sehr viele Vorteile für DICH.  💜 

Wenn es dir gut geht kannst du dich leichter um dein Baby zu kümmern. Und dann geht es auch deinem Baby gut! (vorausgesetzt natürlich dein Baby ist gesund.)

 

Babytragen unterstützt dich bei:

  • —> Babyblues / postpartale Depression 
  • —> Rückenschmerzen 
  • —> Stress 
  • —> Muskelaufbau 
  • —> Bindung 
  • —> Handlungsfreiheit

BABYBLUES: 

Mehr als jede zweite Frau hat nur wenige Tage nach der Geburt mit diesen „Weintagen“ zu tun. Stimmungsschwankungen, schlechte Laune, die Tränen laufen ständig, ein Gefühl von leere und ausgelaugt sein macht sich breit. Vielleicht fällt es dir sogar schwer dein Baby anzunehmen. Willkommen im Babyblues. So richtig mag keiner drüber sprechen, dabei ist es völlig normal. Man geht davon aus, dass die Hormonumstellung von der Schwangerschaft zur Stillzeit einer der Hauptgründe darstellt. Schlafmangel, Erschöpfung, Schmerzen von der Geburt, Überforderung, oder schlichtweg Angst vor der Veränderung. Kommen oft noch hinzu. Ich kann dir nur sagen. „Nehme diese Zeit an. Hole dir Unterstützung. Du bist damit nicht alleine. Es geht fast jeder Frau so.“💕

Der Babyblues verschwindet eigentlich nach ein paar Tagen wieder. Sollte der Zustand länger anhalten hat sich wahrscheinlich eine postpartale Depression eingeschlichen. Dann spreche bitte mit deinem Arzt oder deiner Hebamme. 

 

Aber was hat das jetzt alles mit dem Tragen von Babys zu tun?

 

In einer kanadischen Studie wurde der Zusammenhang von Hautkontakt zwischen Müttern und ihren Babys und postpartalen Depresionen untersucht. Hier steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen, aber es brachte interessante Einblicke. 

Es hat in der Studie zwar keine der Frauen eine Depression erlitten, aber es gab einige Frauen im Risikobereich und die kamen alle aus der Kontrollgruppe ohne oder mit wenig Körperkontakt. Die Mütter, die Hautkontakt mit ihren Babys hatten wiesen zusätzlich einen geringeren Cortisolspiegel im morgendlichen Speichel auf. (Cortisol wird bei Stress vermehrt freigesetzt). 

Fazit: 

Körperkontakt setzt Oxytocin frei, senkt nachweislich das Stresslevel und macht glücklich. Zusätzlich gibt die Studie Hinweise darauf, dass Hautkontakt die Gefahr an einer Depression nach der Geburt zu erkranken, verringert. 

Ausdauertraining (pulserhöhende Aktivitäten) haben einen ähnlichen Effekt.

Wer also mit seinem Baby in die Trage, einen großen Spaziergang an der frischen Luft macht. Der arbeitet aktiv gegen postpartale Depression. (Natürlich solltest du dich nach der Geburt fit fühlen, bevor du trägst. Im  frühen Wochenbett ist es besser, wenn der Mann das tragen übernimmt und die Frau auf der Couch oder im Bett mit dem Baby kuschelt.)

 

RÜCKENSCHMERZEN: 

In den letzten Jahren hat zum Glück wieder ein Umdenken stattgefunden. So gut wie jeder nimmt sein Baby auf den Arm, wenn es weint. Es wird geschunkelt und getröstet. Es gibt aber so Tage, an denen Babys einfach den ganzen Tag auf den Arm möchten und Körperkontakt brauchen und einfordert. Spätestes da wird klar. Es ist ganz schön anstrengend und belastet den Rücken, die Arme, die Schultern und die Nerven. 

Jedes Tragesysteme kann dich hier unterstützt. Es verteilt das Gewicht gleichmässig auf deinen Schultern, Rücken und der Hüfte. Es ist definitiv schonender für deinen Körper, dein Baby in einer Trage oder in einem Tuch zu tragen, als es auf Dauer ohne Unterstützung auf dem Arm zu halten. 

 

STRESS: 

Wie ich oben schon beschrieben habe, kann der Körperkontakt mit deinem Baby deinen Cortisolspiegel senken. 

Aber auch auf einer ganz anderen Seite kann Stress reduziert werden. Du wirst durch den direkten Körperkontakt sofort merken, wenn sich die Stimmung deines Babys verändert. Dadurch kannst du gezielter und feinfühliger auf deinen Nachwuchs reagieren. Es wird weniger Situationen geben in dem dein Baby schreit. Du wirst dich sicherer im Umgang mit deinem Kind fühlen. Und mit mehr Selbstvertrauen und Sicherheit agieren. Auch hierzu gibt es eine interessante Studie von Hunziker UA, Barr RG, die nachweisen konnte, dass getragene Babys in den ersten drei Lebensmonaten um 40 % weniger Schreien. Weniger weinende Babys. Stell dir vor was das mit den Nerven der Eltern und deren Toleranzgrenze macht. (Ich möchte hier nicht sagen, dass dein Baby nicht weinen darf. Natürlich darf und sollte sich dein Baby  äußern, wenn es ihm nicht gut geht. Auf manche Dinge können wir keinen Einfluss nehmen, sonder nur da sein. Hier geht es vor allem um das Kontaktweinen nach Körpernähe, um das Erkenne wann das Baby Hunger hat., wann es zu warm oder zu kalt ist ect.) 

 

MUSKELAUFBAU:

Wenn du vom ersten Tag an dein Baby trägst, kann sich dein Körper langsam an das zunehmende Gewicht gewöhnen. Das ist ähnlich wie beim Training für ein Marathon. Am Anfang bist du vielleicht nach 5 km völlig platt. Doch wenn du regelmäßig trainierst. Wirst du es schaffen einen Marathon zu laufen. So verhält es sich auch mit dem Tragen. Fängst du erst an dein Baby zu tragen, wenn es bereits 10 kg wiegt und du eine Stunde mit ihm spazieren gehst. Wird es schwer ein Tragesystem zu finden, indem dir dein Baby nicht irgendwann zu schwer wird. Fange daher langsam an und steigere dich. Du wirst Muskulatur aufbauen und Dir wird das Tragen leichter fallen. Zusätzlich ist es gut für deine Fitness. 

 

BINDUNG:

Bindung ist ein wichtiger Teil im Zusammenleben mit unseren Kindern. Denn nur sicher gebundene Kinder wachsen voller Urvertrauen zu selbstsicheren Erwachsenen auf. Inzwischen gibt es unzählige wundervolle Bücher zu diesem Thema. In dem ersten Lebensjahr entsteht Bindung vor durch das Erfüllen der Bedürfnisse nach Körperkontakt, Nahrung, Schlaf und zwischenmenschlichem Austausch. 

 

Das Babytragen alleine sorgt natürlich nicht für eine gute Bindung, aber es ist eine so schöne bindungsfördernde Möglichkeit. Der Tragende erfüllt voller Liebe, die Bedürfnisse seines Kindes und ist dabei mobil.

Das Babytragen wird auch gerne als "das Stillen des Mannes" bezeichnet. Gerade für die Väter ist das Babytragen eine Zeit in der sie sich kennenlernen können und der Papa dem Baby zeigen kann. "Ich bin auch für dich da, du bist sicher bei mir."  Viel Körperkontakt setzt auch beim Mann Oxytozin frei, macht glücklich und wirkt stressmindernd.

 

HANDLUNGSFREIHEIT:

Du bist einfach mobiler und beweglicher mit deinem Baby in der Trage. Du kannst deinem Baby Nähe schenken und auf seine Bedürfnisse eingehen und gleichzeitig etwas für dich tun. Du kannst auf dem Spielplatz hinter deinem großen Kind im Sand hinterherlaufen und fangen spielen, während das kleine Baby bei dir in der Trage schläft oder du es stillst. Du kannst Treppen hoch und runter laufen, ohne vor dem defekten Aufzug zu stehen. Eine Tragehilfe ein Tragetuch passt in jede Tasche und ist immer dabei.